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Modul 1 · 5 Min.

Datenmanagement × Wissensmanagement im Zeitalter der Agenten

Wie Daten und Wissen verschmelzen, wenn KI-Agenten ins Spiel kommen

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Datenmanagement × Wissensmanagement im Zeitalter der Agenten

Jahrzehntelang haben wir Daten und Wissen in getrennten Schubladen aufbewahrt. KI-Agenten interessieren sich nicht für Ihr Organigramm.


Die alte Trennung

Die meisten Organisationen behandeln Datenmanagement und Wissensmanagement als völlig unterschiedliche Disziplinen. Daten leben in der IT — Datenbanken, Warehouses, Pipelines. Wissen lebt in HR oder Operations — Wikis, Schulungsprogramme, Dokumentation.

Das war sinnvoll, solange Menschen die einzigen waren, die beides nutzten. Wir konnten mühelos zwischen einem CRM und der Expertise eines Kollegen navigieren. Wir wussten, welche Fragen wir der Datenbank stellen und welche dem Senior-Analysten.

KI-Agenten haben diesen Luxus nicht. Und zunehmend auch Sie nicht mehr.


Was sich wirklich ändert

Wenn Sie einen KI-Agenten einsetzen, um Kundenanfragen zu bearbeiten, Ausgaben zu genehmigen oder Risiken zu bewerten, muss er sowohl auf strukturierte Daten als auch auf institutionelles Wissen zugreifen — gleichzeitig, in Echtzeit.

Betrachten Sie eine einfache Frage: „Sollten wir diesem Kunden einen Kredit gewähren?”

Ein Agent braucht:

  • Daten: Zahlungshistorie, Kreditwürdigkeit, Transaktionsmuster
  • Wissen: Welche Ausnahmen wir bei langjährigen Kunden machen, wie wir Grenzfälle interpretieren, was sich „falsch anfühlt”, selbst wenn die Zahlen stimmen

Die Daten sind in Ihren Systemen. Das Wissen? Es steckt in Marias Kopf. Sie macht das seit 22 Jahren.

Das ist der Kollisionspunkt. Und die meisten Organisationen sind nicht darauf vorbereitet.


Das Konvergenz-Framework

Im Zeitalter der Agenten müssen Daten und Wissen als einheitliche Landschaft behandelt werden — unterschiedlich in der Form, aber verbunden im Zweck.

graph TB
TITLE["EINHEITLICHE WISSENSLANDSCHAFT"]
TITLE --> DATA
TITLE --> CONTEXT
TITLE --> JUDGMENT

DATA["<b>DATEN</b><br/>• Strukturiert<br/>• Abfragbar<br/>• Versioniert"]
CONTEXT["<b>KONTEXT</b><br/>• Regeln & Ausnahmen<br/>• Muster"]
JUDGMENT["<b>URTEIL</b><br/>• Heuristiken<br/>• Intuition<br/>• Erfahrung"]

DATA --> AGENTS["<b>KI-AGENTEN</b><br/>nutzen alle drei Ebenen"]
CONTEXT --> AGENTS
JUDGMENT --> AGENTS

style TITLE fill:#fef2f2,stroke:#dc2626,stroke-width:4px,color:#991b1b,font-size:18px
style DATA fill:#fef2f2,stroke:#dc2626,stroke-width:3px,color:#991b1b,min-width:200px
style CONTEXT fill:#fff7ed,stroke:#f97316,stroke-width:3px,color:#c2410c,min-width:200px
style JUDGMENT fill:#fef2f2,stroke:#dc2626,stroke-width:3px,color:#991b1b,min-width:200px
style AGENTS fill:#fff7ed,stroke:#f97316,stroke-width:4px,color:#c2410c,min-width:300px

Daten liefern Fakten. Kontext sagt, wie man sie interpretiert. Urteil sagt, was zu tun ist, wenn Kontext nicht ausreicht.

Traditionelles Datenmanagement kümmert sich um die linke Spalte. Traditionelles Wissensmanagement versucht, sich um die rechte zu kümmern. Die Mitte — Kontext — fällt durch die Lücken.


Warum das jetzt wichtig ist

Drei Kräfte beschleunigen diese Konvergenz:

1. Agenten werden real

Gartner prognostiziert, dass 30% der Unternehmen bis 2026 KI-gestütztes Wissensmanagement einsetzen werden. Aber „Einsatz” ohne einheitliche Wissensarchitektur bedeutet Agenten, die auf Ihre Datenbank zugreifen können, aber nicht auf Ihre Weisheit.

2. Expertise geht zur Tür hinaus

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von Senior-Mitarbeitern sinkt. Jede Pensionierung, jede Kündigung nimmt unersetzlichen Kontext mit. Daten bleiben; Wissen geht.

3. Die Kosten der Fragmentierung explodieren

McKinsey schätzt, dass Wissensarbeiter 20% ihrer Zeit mit Informationssuche verbringen. Wenn Agenten diese Fragmentierung erben, verschwenden sie nicht nur Zeit — sie machen selbstbewusste Fehler.


Wie einheitliches Wissen aussieht

Organisationen, die das richtig machen, teilen gemeinsame Muster:

Sie kartieren, bevor sie bauen. Vor dem Einsatz von Agenten inventarisieren sie nicht nur Datenquellen, sondern auch Wissensquellen — wer was weiß, wo es dokumentiert ist (oder nicht), und wie es mit Daten verbunden ist.

Sie behandeln Kontext als eigenständige Kategorie. Geschäftsregeln, Ausnahmebehandlungslogik und Entscheidungsbegründungen bekommen die gleiche Sorgfalt wie Datenbankschemas.

Sie erfassen Urteilsvermögen bewusst. Experteninterviews, Entscheidungs-Journaling und szenariobasierte Erhebung werden zu regelmäßigen Praktiken — nicht zu einmaligen Projekten, wenn jemand die Pensionierung ankündigt.

Sie designen für Agenten, nicht nur für Menschen. Wissens-Assets werden so strukturiert, dass KI-Systeme sie nutzen können, nicht nur indexiert, damit Menschen sie durchsuchen können.


Die unbequeme Wahrheit

Die meisten Wissensmanagement-Initiativen scheitern, weil sie Wissen als statische Dokumentation behandeln. Die meisten Datenmanagement-Initiativen erfassen nicht, warum die Daten wichtig sind.

Im Zeitalter der Agenten brauchen Sie beides — und Sie brauchen es verbunden.

Die Frage ist nicht, ob Ihre KI Ihr institutionelles Wissen brauchen wird. Die Frage ist, ob Ihr institutionelles Wissen noch da sein wird, wenn Ihre KI es braucht.


Tiefer einsteigen?

Das ist nur die Oberfläche. In einem Design Workshop kartieren wir Ihre spezifische Wissenslandschaft — identifizieren, wo Daten, Kontext und Urteil in Ihren Anwendungsfällen zusammentreffen, und was nötig wäre, um dieses Wissen agent-ready zu machen.

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